Strong Voices Interview #13: Angelika Schindler-Obenhaus – CEO Gerry Weber

Unser StrongVoices-Format ist wieder da. Diesen Monat haben wir mit Gerry Weber CEO Angelika Schindler-Obenhaus gesprochen. Sie hat diese Position vor 4 Monaten angetreten und ist verantwortlich für Design, Sourcing, Marketing, Kommunikation, Vertrieb. Im Interview erzählt sie uns, welche Herausforderungen sie in Führungspositionen erlebt, wie sie damit umgeht und welche Ratschläge hier auf ihrem Karriereweg am meisten geholfen haben.

ÜBER ANGELIKA:

Angelika begann mit einer Ausbildung zur kaufmännischen Assistentin bei Horten. Danach arbeitete sie im Einkauf und war in verschiedenen Positionen bei verschiedenen Unternehmen tätig. Sie leitete über 4 Jahre den strategischen Einkauf und Vertrieb von Katag und war 10 Jahre Mitglied der Geschäftsleitung (verantwortlich für Einkauf, Marketing und IT), bevor sie im August 2020 als COO zu Gerry Weber kam. Seit August 2021 ist sie jetzt die erste weibliche CEO von Gerry Weber.

 

„Sei mutig, verlasse deine Komfortzone, erkenne deine Leidenschaft für etwas, finde deine ‚Berufung‘ und finde einen Mentor – und vor allem: sei du selbst.“ Angelika Schindler-Obenhaus

UNSERE FRAGEN:

Sie sind die erste weibliche CEO von Gerry Weber. Ein Unternehmen, das sicherlich noch die eine oder andere Herausforderung vor sich hat. Wie gehen Sie mit Herausforderungen um?

Ich mag Herausforderungen! Herausforderungen helfen dir, deine eigene Komfortzone zu verlassen. Durch Herausforderungen lernt man immer etwas Neues. Sie sind essenziell für Innovation, Fortschritt, Entwicklung und den Fortbestand von Unternehmen.

Obwohl der Frauenanteil in der Modebranche tendenziell höher ist, werden die Top-Management-Positionen in vielen Modeunternehmen nach wie vor überwiegend von Männern besetzt. Erleben Sie als Frau in Führungspositionen manchmal „Schwierigkeiten“? Wie überwindest du sie und was würdest du anderen Frauen raten?

Wir bei Gerry Weber haben ein vorbildliches Setup. Von 50 % bis 33 % und 45 % in den ersten drei Führungsebenen arbeiten wir in sehr gut aufgestellten gemischten Teams.

Ich persönlich wurde auf meinem nie so geplanten Lebensweg immer von Männern unterstützt. Sie haben schon immer Fähigkeiten in mir erkannt, die ich mir wahrscheinlich nie zugetraut hätte. Ich musste immer nur die innere Stimme in mir überzeugen, die sagte: „Kannst du das überhaupt? Aber letztendlich bin ich ein offener, neugieriger Mensch, der auch mutig sein kann und weiß, wofür ich brenne. Das ist eigentlich das Einzige, was ich Frauen heute empfehle: Mutig sein, die Komfortzone verlassen, die Leidenschaft für etwas erkennen, die „Berufung“ finden und einen Mentor finden. Authentizität und die Möglichkeit, die eigene Meinung vertreten zu können, auch wenn sie dem Mainstream zuwiderläuft, gehören sicherlich auch zu einer Führungsposition.

Gibt es ein Motto, Zitat oder eine Haltung, nach der Sie leben möchten?

Auf jeden Fall: "Sei du selbst! Alle anderen sind schon vergeben." - von Oscar Wilde.

In einem Ihrer Interviews habe ich gelesen, dass Sie als Frau ohne Kinder oft als „Karrierefrau“ abgestempelt werden, während Mütter, die ihre Kinder beispielsweise zu früh in die Kita geben, sich als „schlechte Mütter“ rechtfertigen müssen. Ich stimme Ihnen zu, dass es einen Wandel in der Gesellschaft geben muss. Was möchten Sie unserer „Gesellschaft“ zu diesem Thema mitteilen?

Ich hoffe, dass unsere Gesellschaft dieses Thema nicht mehr lange diskutieren wird. Es passt nicht in unser Zeitalter der Digitalisierung. Die nachfolgenden Generationen leben bereits in anderen Partnerschaften. Die Gründung eines Unternehmens liegt heute im Bereich des Möglichen. Das bedeutet hoffentlich auch, dass sich ein Leben mit Berufung und Kindern nicht mehr ausschließt. Dass auch Männer zu Hause bleiben können, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Unsere Regierung muss dafür nur bessere Rahmenbedingungen schaffen: Reform des Elterngeldes, Familiensplitting statt Ehegattensplitting, Bleiben an Bord soll auch auf andere Unternehmen ausgerollt werden, Gleichstellung verschiedener Lebensentwürfe neben der klassischen Ehe. Und nicht zuletzt sollte es auch gesellschaftlich anerkannt werden, wenn eine Frau sich entschließt, keine Kinder zu bekommen.

Und da im Interview schon gesagt wurde, was Sie jüngeren Frauen raten würden, meine Frage: Welcher Rat (von Ihrem Mentor, Vorgesetzten o.ä.) hat Ihnen in Ihrer Entwicklung am meisten geholfen?

Am meisten half mir meine Grundschullehrerin Frau Ahrends, die meine Eltern davon überzeugte, mich an einer weiterführenden Schule anzumelden.

 


Unser StrongVoices-Format ist wieder da. Diesen Monat haben wir mit Gerry Weber CEO Angelika Schindler-Obenhaus gesprochen. Sie hat diese Position vor 4 Monaten angetreten und ist verantwortlich für Design, Sourcing, Marketing, Kommunikation und Vertrieb. In unserem Interview erzählt sie uns, welche Herausforderungen sie in einer Führungsposition erlebt, wie sie damit umgeht und welcher Rat ihr auf ihrem Karriereweg am meisten geholfen hat.

ÜBER ANGELIKA:

Angelika begann mit einer Ausbildung zur kaufmännischen Assistentin bei Horten. Danach arbeitete sie im Einkauf und hatte verschiedene Positionen in unterschiedlichen Unternehmen inne. Sie leitete über 4 Jahre den strategischen Einkauf und Vertrieb der Katag und war 10 Jahre lang Mitglied der Geschäftsleitung (zuständig für Einkauf, Marketing und IT), bevor sie im August 2020 als COO zu Gerry Weber kam. Seit August 2021 ist sie nun die erste weibliche CEO von Gerry Weber.

 

"Was ichFrauen rate: Mutig sein, Komfortzonen verlassen wollen, Leidenschaft für eine Sache erkennen, seine „Berufung“ finden und sich eine Mentorin oder Mentor suchen." - Angelika Schindler-Obenhaus

Interviewleitfaden - Angelika Schindler-Obenhaus & AMELI:

Du bist seit vier Monaten die erste weibliche CEO von Gerry Weber. Ein Unternehmen, das sicherlich noch die eine oder andere Herausforderung vor sich hat. Wie gehst du mit Herausforderungen um? 

 

Ich mag Herausforderungen! Herausforderungen helfen die eigenen Komfortzonen zu verlassen. Durch Herausforderungen lernt man immer wieder etwas Neues. Sie sind unerlässlich für Innovationen, Fortschritt, Entwicklung und Fortbestand von Unternehmen.

Obwohl der Frauenanteil in der Modeindustrie tendenziell höher ist, finden sich in den Führungspostionen vieler Modefirmen in den oberen Etagen trotzdem hauptsächlich Männer. Erlebst du teilweise „Schwierigkeiten“ als Frau in einer Führungsposition? Wie hast du diese gemeistert und was würdest du anderen Frauen raten?

Bei Gerry Weber sind wir vorbildlich aufgestellt. Von 50% über 33% und 45% in den ersten drei Führungsebenen arbeiten wir in sehr gut aufgestellten gemischten Teams. Ich persönlich bin auf meinem Lebensweg, der so nie geplant war, immer von Männern gefördert worden. Sie haben in mir immer Skills erkannt, die ich mir selbst wahrscheinlich niemals zugetraut hätte. Ich musste immer nur die innere Stimme überzeugen, die in mir sagte: „Schaffst Du das überhaupt?, Kannst Du das?“ Aber letztendlich bin ich ein offener, neugieriger Mensch, der auch mutig sein kann und weiß wofür ich brenne. Das ist eigentlich auch das Einzige was ich heute Frauen rate: Mutig sein, Komfortzonen verlassen wollen, Leidenschaft für eine Sache erkennen, seine „ Berufung“ finden und sich eine Mentorin oder Mentor suchen. Authentizität und eine eigenen Meinung vertreten zu können auch wenn diese mal konträr zum Mainstream ist gehört sicher auch zu einer Führungsposition.

Gibt es ein Motto, Zitat, Einstellung, nach dem du versuchst zu leben? (Beispiel: Progress over perfection, Carpe diem, We can do it, Sei immer freundlich oder ähnliches)

Definitiv: „ Sei Du selbst! Alle anderen sind bereits vergeben.“ Von Oscar Wilde

In einem Interview von dir haben ich gelesen, dass du als Frau ohne Kinder oft als ‘Karrierefrau’ abgestempelt wirst, während zum Beispiel Mütter, die ihre Kinder zu früh in die Kita geben, sich als ‘Rabenmutter’ rechtfertigen müssen. Ich stimme dir zu, dass es eine Veränderung der Gesellschaft braucht. Was würdest du der ‘Gesellschaft’ zu dem Thema gerne mitgeben?  

Ich hoffe das unsere Gesellschaft dieses Thema nicht mehr lange diskutiert. Es passt nicht in unser Zeitalter der Digitalisierung. Die nachfolgenden Generationen leben doch bereits zum Teil in anderen Lebenspartnerschaften. Ein Unternehmen zu gründen ist heute im Bereich des Möglichen. Das bedeutet hoffentlich auch das ein Leben mit einer Berufung und Kindern sich nicht mehr ausschließt. Das auch Männer zu Hause bleiben können ohne sich rechtfertigen zu müssen. Unsere Regierung muss dazu lediglich bessere Rahmenbedingungen schaffen: Reformation des Elterngeldes, Familiensplitting statt Ehegattensplitting, Stay on board sollte auch auf andere Unternehmen ausgerollt werden, Gleichstellung von diversen Lebensentwürfen neben der traditionellen Ehe. Und last but not least sollte es auch gesellschaftlich anerkannt sein ,wenn eine Frau sich dazu entscheidet keine Kinder bekommen zu wollen.

Und da in dem Interview auch schon stand, welche Empfehlung sie jüngeren Frauen geben würden, meine Frage: Welcher Ratschlag (von ihrem/r Mentor/in, Vorgesetzten, oder ähnlichem) hat dir am meisten in deiner Entwicklung geholfen? 

Am meisten geholfen hat mir meine Grundschullehrerin, Frau Ahrends, die meine Eltern überzeugte mich an einem Gymnasium anzumelden.